Konzertkritik vom 06.12.2016 aus der NNP

VON ANKEN BOHNHORST-VOLLMER

Zu einer feierlich fröhlichen Einstimmung auf die Weihnachtszeit lud der Frauenchor Mimos am vergangenen Sonntag in die evangelische Kirche ein.

 

Limburg-Staffel. Wenn es einen Musikpreis für Homogenität gibt, dann hat ihn der Staffeler Frauenchor „Die Mimos“ verdient. Diese Sängerinnen zeigten in ihrem Adventskonzert nicht nur die Fülle ihres Repertoires, sondern auch dieFreude des gemeinsamen Singens, die der neue Chorleiter, David Fritzen, in ihnen entfacht zu haben

scheint. Vielleicht lässt sich an manchen dynamischen Experimenten noch ein wenig feilen. Etwa bei Sally K. Albrechts „Alleluia“, mit dem die Frauen im Mittelgang stehend,

ihre Konzertgäste begrüßten und das zu einem recht sopran-lastigen Finale anschwoll. Dennoch war die Wirkung dieses musikalischen Entrees zauberhaft, weil die Nähe und Unmittelbarkeit des Alleluias die Zuhörer in der sanft beleuchteten Kirche berührte. Das neue Konzept Auch bei den beiden sehr unterschiedlichen „Kyrie“ von Hugo Hammarström und Piotr Janczak war diese Geschlossenheit des Chors zu erleben. Die Varianz der Stimmen setzt sich zu einem ausgeglichenen Volumen zusammen, dessen Klangfarben der Dirigent immer wieder neu und mit ineinander ragenden Übergängen mischt. Das ist das neue Mimos-Konzept, das seit dem Herbst dieses Jahres realisiert wird und sich als erfolgversprechend erweist. Deshalb geriet „Die erste Weihnacht“ des deutschen Komponisten und Kirchenmusikers Hermann Schroeder so schwungvoll und

stimmungsvoll. Hier ebenso wie bei Friedrich Rubachs „Schlaf mein Kindelein“ und „Heilige Nacht“ von Johann Friedrich Reichardt beeindruckte der Chor mit seinem harmonischen Gesamtbild. Die Mimos-Frauen singen nicht allein anspruchsvolle und ansprechende Chorwerke. Sie bieten musikalische Interpretationen. Sie erzeugen Stimmungen. Dass das Kindelein am Ende seines Schlaflieds tatsächlich ruhig sein wird, kann man sich bei dieser zarten Ausgestaltung daher durchaus vorstellen. Und auch, dass die so besungene Heilige Nacht feierlich und zugleich fröhlich ist. Weitere Höhepunkte des weihnachtlichen Programms waren die solistischen Beiträge von Antina

Reichwein und Jonas van Baaijen (Gesang und Klavier), die mit ihrer Swing-Version von „Let it snow“ einen virtuosen, wenngleich fruchtlosen Versuch unternahmen, weißes

Winterwetter zu befördern. Genauso erfrischend gelangen der Sängerin und dem Pianisten „Have youself a merry little Christmas“. So wohltuend kann Romantik klingen,

für deren Veredelung auch der Chorleiter und ehemalige Domsingknabe David Fritzen selbst sorgte. Begleitet von Jonas van Baaijen sang er „Drei Könige wandern“ von Peter Cornelius und eine gefühlvolle Interpretation von Adolf Adams weltweit bekanntem Weihnachtslied „Cantique de Noel“. Und als müsse bewiesen werden, dass sich Feierlichkeit dann am besten entfaltet, wenn irgendwo im Lichterglanz ein kleiner Schalk lauert, boten die Mimos-Sängerinnen der jungen Thea Rathmer eine Bühne für ihre „Weihnachtsmaus“, jenes Kindergedicht von James Krüss, das auf kaum einer Weihnachtsfeier fehlt. In geschwindem Rhythmus huschte das Mädchen durch die Zeilen und wurde für ihre Darbietung mit kräftigem Applaus belohnt. Den hatte sich der Chor mit Dirigent und Pianist ebenso verdient. Mit einem kraftvollen „Joy to the world“ verabschiedeten sich die Sängerinnen von ihrem begeisterten Publikum. Weihnachten kann kommen.

 

 

Druckversion | Sitemap
© "Die Mimos - Der Frauenchor aus Limburg-Staffel e.V."