Die Mimos lassen es schneien

 

NNP vom 13.12.2107 (ungekürzte Version)

Die Mimos lassen es schneien

Adventskonzert – Eine Stunde Musik zum Innehalten

Staffel

Von Andreas Müller

Immer wieder gelingt es dem Frauenchor „Mimos“, mit ihren Adventskonzerten eine besondere Atmosphäre in die kleine evangelische Kirche in Staffel zu zaubern, noch ausgefeilter als sonst durch schöne Lichteffekte. „Leise rieselt der Schnee…“ haben sie ihr Programm in diesem Jahr genannt. „Ich hätte nicht gedacht, dass er wirklich fällt“, sagte Vorsitzende Karola Häuser in ihrer Begrüßung. „Schnee wird in vielen Liedern besungen“, führte sie aus. „Schnee übt eine gewisse Magie auf uns Menschen aus, dabei sind es doch nur klitzekleine Kristalle, von denen aber keines einem anderen gleicht. Viele träumen von einer weißen Weihnacht“. Sie kündigte an: „Wir lassen es heute für sie schneien und entführen Sie in eine Winterlandschaft“. Fröhlich frisch klang das Eröffnungslied „Joy to the world“ von Georg Friedrich Händel im Arrangement von Lorenz Maierhofer. Der Chor steht seit August unter der Leitung von Bettina Scholl, die mit klaren, bestimmten Bewegungen dirigierte, dabei aber gleichzeitig eine wohltuende Ruhe ausstrahlt. Die noch frische Zusammenarbeit der Sängerinnen mit ihrer neuen Chorleiterin trägt schon erste Früchte. Da stimmen Musikalität und Chemie. Auch das brachte Karola Häuser auf den Punkt: „Hier hat das Schicksal zusammengeführt, was zusammengehört“. Ein schöneres Kompliment kann man einer Chorleiterin kaum machen. Mit Scholl hat der Chor aber nicht nur eine sehr gute Dirigentin, sondern auch eine exzellente Pianistin gewonnen. Das stellte sie im Konzert gleich mehrfach unter Beweis, etwa im Duo mit dem Saxophonisten Fabian Fischer. Die beiden spielten einen coolen, jazzigen „Christmas Song“ und eine sehr ruhige Version von „Leise rieselt der Schnee“, bei dem die Schneeflocken meditativ zur Erde fielen. Auch die stimmgewaltige Antina Reichwein hatte wieder solistische Auftritte. Trotz angekratztem Hals sang sie – gedopt mit Tee – „Winterwunder“ und „Have yourself a Merry Little Christmas“. „Winterwunder“ ist eine Komposition ihrer Schwester Jule Unterspann. Andächtig lauschte das Publikum, als Reichwein von innerer Stille sang. Auch bei „Oh happy day“, das die „Mimos“ sangen, glänzte Reichwein mit einem Solo, das sie mal hauchte, dann wieder mit voller Power gestaltete. Die „Mimos“ hatten ein buntes Päckchen aus den unterschiedlichsten Liedern geschnürt. Mit schönem homogenem Chorklang trugen sie Felix Mendelssohn Bartholdys „Hebe deine Augen auf“ aus dem Oratorium „Elias“ vor. Einem getragenen Satz von „Leise rieselt der Schnee“ im Arrangement von Wolfgang Lüderitz folgte das rhythmisch synkopierte „Alleluja“ von Sally K. Albrecht. Seinem Namen alle Ehre machte „Weihnachtsfriede“, das auch wirklich nach Frieden klang. Zu verspielten, perlenden Klavierläufen sangen die Frauen „Angels Carol“, ein ganz typischer John Rutter-Satz und sorgten schließlich mit Beethovens „Hymne an die Nacht“ in einem Arrangement von Lorenz Maierhofer für einen feierlichen Abschluss. Zwischen den Musikstücken trug die neunjährige Thea Rathmer auswendig mit schönen Reimen ein Gedicht über den „Bratapfel“ vor und gemeinsam mit ihrer Mutter zündete sie in einem weiteren Gedicht eine Kerze an. Nach dem Konzert gab es, wie bei den „Mimos“ üblich, draußen Glühwein und Schmalzbrote und noch viel Gelegenheit, sich über das Konzert und die Weihnachtszeit auszutauschen.

 

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